Der Basler Pharmakonzern Novartis ist bei der angestrebten Komplettübernahme des Augenheilkunde-Spezialisten Alcon einen grossen Schritt weiter. Novartis übernimmt vom Lebensmittelhersteller Nestlé für 28,1 Milliarden Dollar 52 Prozent der Anteile und stockt seine Beteiligung damit auf 77 Prozent auf.
Novartis, die 1996 aus der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz entstand, ist einer der führenden Anbieter im Markt für Augenheilkunde. “Die Übernahme von Alcon wird unser Gesundheitsportfolio und unsere Position in der Augenheilkunde strategisch verstärken”, sagte Vorstandschef Daniel Vasella (Foto) gegenüber den Medien. Novartis verspricht sich durch das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung, Innovationen und der Nachfrage in Schwellenländern große Wachstumschancen.
Alcon macht mit Geräten und Produkten für die Augenchirurgie, Augen-medikamenten und Kontaktlinsenpflegeprodukten einen Jahresumsatz von knapp 6,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn von etwa zwei Milliarden Dollar. Ein nennenswerter Arbeitsplatzabbau sei nicht zu erwarten, kündigte der Novartis-Chef an. Überschneidungen gebe es nur wenige. Vielmehr sei der Zukauf eine Ergänzung zum Novartis-Sortiment. Der Novartis-Konzern will die Übernahme in mehreren Schritten vollziehen.
Novartis erhofft sich in den ersten drei Jahren jährliche Synergien von rund 200 Millionen Dollar vor Steuern und nach Abschluss der Übernahme über einen Zeitraum von drei Jahren weitere Einsparungen von 100 Millionen Dollar jährlich. Der Pharmakonzern hatte im April 2008 zunächst für gut zehn Milliarden Dollar 25 Prozent an Alcon übernommen und sich die Option auf die Mehrheitsübernahme gesichert.
